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Oh du Fröhliche, Oh du Selige

Gnaaaaden bringende Weih-nachts-Zeeeeeeit. Dankeschön, Dankeschön. Es erfordert viel Übung in Textform so engelsgleich zu trällern. Was ebenfalls viel Übung verlangt sind Rhythmus Spiele und um die geht es heute!

 

Rhythmus Spiele, oder wie ich sie nenne: Takt Titel, haben ihren festen Platz in Videospielen. Sei es das frühe ChuChu Rocket auf dem Dreamcast, oder das Atari Urgestein Bomber. Immer geht es darum im richtigen Takt sich beschleunigende Gameplay Elemente zu treffen. Der Boom dieser Titel fand durch Dance Dance Revolution statt, inspiriert von einem Konami Rhythmus Spiel aus den Neunzigern zog DDR die Massen an. Im Gegensatz zur historischen DDR macht Dance Dance einen Heidenspaß und bot dem geduldigen Spieler mannigfaltige Befriedigungen durch seine Schwierigkeitskurve. Guitar Hero und Rockband machten das Genre zusammen mit Just Dance Salonfähig. Es soll in diesem Beitrag aber nicht um diese Titel gehen, sondern um die Kerntitel der Nische. Anfangen muss man in diesem Fall bei Segas Space Channel 5, welches als Perle des Genres gilt. Nicht zuletzt wegen der Beteiligung von Michael Jackson wartet SC5 noch heute mit einem fantastischen Soundtrack auf, auch die anderen Remixe waren hervorragend und das “Drücke das Knöpfchen im rechten Momentchen” Gameplay war maßgeblich für das Genre. Ich hatte meinen ersten, bewussten, Kontakt mit der Nische mit dem DS Titel Elite Beat Agents, einem frühen Spiel für den Handheld, und war verzaubert. Ich hatte zwar ChuChu Rocket gespielt, aber die Verbindung von Gameplay und Soundtrack in dieser Form wurde mir das erste Mal in EBA wirklich bewusst.

EBA! EBA!

 

Der Zauber eines guten Rhythmus Spiels, wie EBA oder der schändlich ignorierten Rhythm Heaven Serie, ist die Immersion. Titel wie Thumper entwickeln ihre Sogwirkung durch die Fokussierung des Spielers auf das Gameplay. Dadurch kommt es zur Tunnelwahrnehmung oder dem Zen Moment. Anders als Spiele die sich vollständig auf Handlung und Charaktere verlassen um den Spieler einzufangen, beschränken sich Rhythmus Spiele auf die Akustik um denselben Effekt zu erreichen. Daher auch das spärliche Nutzen von Eingabe Möglichkeiten, meistens reicht der A Knopf zum spielen. Dadurch steuern diese Titel den Teil des Gehirns an, welcher für Automatismus zuständig ist. Der Clou dieser Herangehensweise ist natürlich, dass das Gehirn dadurch seine Hauptlast auf andere Faktoren legen kann. Im Fall der Rhythmus Spiele ist dies der Soundtrack. Der Spieler nimmt die Musik also in einer anderen Form wahr, als wenn er sich einfach nur Musik anhört während er entspannt. Der Automatismus sorgt in diesem Fall für ein intensiveres Erfassen der Song Struktur und bietet damit etwas, dass kein anderes Medium bieten kann. Ausgenommen der Open Air Konzert besuch auf Halluzinogenen, natürlich.

 

Der Westen ist Rhythmus Spielen eher abgeneigt. Weder Heaven Megamix noch Persona Dance All Night konnten sich im Markt behaupten. Die Gründe dafür könnten im fehlenden Marketing oder in den oftmals abstrusen Prämissen liegen. Vielleicht ist die Hemmschwelle auch zu hoch 50€ für ein äusserst limitiertes Genre auszugeben. Beat Xonic, ein renommierter Titel und kultiger Vertreter des Genres, schlägt auf der Switch mit 45€ zu Buche. Das ist natürlich ein gesalzener Preis, der den Durchschnittskäufer eher abschreckt. Besonders als Erstkontakt mit dem Genre. Dennoch haben Rhythmus Spiele die Industrie durchaus beeinflusst, so basiert das Free Flow Kampfsystem der Arkham Serie auf einem, dem Rhythmus Spiel zum verwechseln ähnlichen, Fundament. Ebenso bieten moderne Shmups durch ihre Sequenzen eine deutliche parallele zum taktvollen Genre. Prügelspiele wie Killer Instinct oder Marvel Infinite regen ebenfalls zum entdecken des Taktgefühls an, da ihre Combos ansonsten weit schwerer zu verinnerlichen sind. Rhythmus durchzieht Character Action Titel wie DMC oder Bayonetta. Es ist für diese Art Spiele elementar sich an einen Rhythmus zu halten, weil es ansonsten zu einer Trübung des Spasses kommt und ein Titel als “unrund” oder schwergängig erscheint. In Dark Souls könnte man, z.b., jeden Gegner einen Takt zu ordnen nachdem wir als Spieler uns richten um voran zu kommen. Blickt man in die Achtziger zurück, stellt man fest, dass große Titel alle auf das Zusammenspiel von Musik und Gameplay setzen. Als Beispiel diene Donkey Kong oder das fantastische Tempest.

 

Fazit: Wir alle lieben Rhythmus Spiele, also warum nicht mal eines spielen?

Über BoB

BoB

BoB lebt in Bremerhaven unter einer Brücke zusammen mit einer Familie Waschbären, seiner Lektorin Somiaa und einem toten Junkie, Liebevoll “Uwe” genannt.

Alle beteiligten mögen: Lesen,Reiten und Lesen.

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4 Kommentare

  1. Crystal.T.V

    Mein am längsten gespieltes Rhythmus Spiel war Donkey Konga auf dem Game Cube – verrückt, cool und abgefahren.

    • s4scha

      Guitar Hero 3 auf PS3 war es bei mir. <3

      Sonst hat mich das Genre eigentlich immer kalt gelassen.

    • BoB

      Guitar Hero 3’s Songliste ist und bleibt God- like. Donkey Konga wollt ich immer gespielt haben, aber die mit Gorillahaut bezogenen Konga Trommeln haben mich preislich abgeschreckt.

    • s4scha

      Ja, die Songauswahl macht den 3er einfach zum besten Teil.

      Ich verstehe bis heute nicht, warum es echter Gorilla sein musste. Rind hätte es sicher auch getan.

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