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AAA Studios wollen nur dein Bestes.

Das Nischen dasein ist vorbei! Die Videospiel Industrie ist im Mainstream angekommen und macht Umsätze in Milliarden Höhe. Vorbei ist die Zeit des Garagen Entwicklers und der Shareware. An seine Stelle treten multinationale Firmen deren Aufgabe der Erhalt und die Erweiterung eines ständig wachsenden Marktes sind. Die Zukunft ist jetzt; und gleich schon vorbei.

“Die Vive ist der Hammer!” – Melf; 1956

 

Eine Firma leiten ist schwerst Arbeit, man ist verantwortlich für die Lebensplanung seiner Mitarbeiter und den Erfolg des Unternehmens. In einem Zweig der traditionell reich an Konkurrenz ist, ist die Linie zwischen Arbeitnehmerrecht und Firmen Interessen dünn. Es müssen harte Entscheidungen getroffen werden, Trends gilt es zu kultivieren und das Überleben des Betriebes muss über das Wohl des Einzelnen gestellt sein. Es ist ausserdem nötig alternative Einnahmequellen zu erschließen, um die enorm kostspielige Produktion von AAA Titeln zu refinanzieren. Man muss berücksichtigen, dass sich ein Produkt erst rentiert, wenn es den Markt betritt. Das bedeutet natürlich, dass die Kosten während der Entwicklung, größtenteils aus Firmenvermögen und parallel Veröffentlichungen gespeist wird. Ein effizientes Team kommt in 3 Jahren hierbei auf 25 Millionen, nicht vergessen wir sprechen von AAA, dazu kommt dann Marketing, was nochmal 25 Millionen kosten kann, wenn man effizient und Flächendeckend werben möchte, anschließend noch Vertrieb, Logistik, Art Design, Soundtrack, Steuern, Controlling, QA, Bugfixing und schon bist du bei 100 Millionen, ohne dass dein Spiel sich einmal verkauft hat. Hinzu kommt die Planung, die Zielgruppen Forschung und das Deuten der Marktentwicklung. Nicht zu vergessen: Der Konkurrenz Faktor. Das Wissen, was wann herauskommt und welches Konkurrenzprodukt möglicherweise dieselbe Zielgruppe anpeilt, dem folgt die Marktanalyse. Zack Bumm Boing 135 Millionen Dollar für bis dato keinen Gewinn. Durch immer neue Technik und den Vorreiter Druck steigen diese Kosten ins astronomische.

“…Aber einen Namen hat das Spiel schon, oder?”

 

Es bleibt also nichts anderes übrig als alternative Einnahmequellen zu eröffnen. Schließlich ist das nun einfahrende Einkommen durch den Verkauf nicht das Ende. Jedes verkaufte Produkt kostet Steuern. Deine Mitarbeiter sind immer noch da und fordern ihren Tribut. Deine gesamte Infrastruktur atmet den Umsatz ein, um einen Bruchteil als Gewinn wieder auszuatmen. Hoffentlich hast du nicht die Vorauszahlungen auf deinen prognostizierten Gewinn vergessen, die Fressen nämlich beträchtlich in dein Budget. Als Aktienunternehmen musst du auch noch die Renditen auszahlen, um dann am Ende deinen Reingewinn zu verbuchen. Sagen wir dein Spiel macht einen Umsatz von 250 Millionen. Klingt gut, oder? Zieh gleich mal die Entwicklungskosten ab, bleiben dir noch 115 Millionen. Super. Die Steuern fressen Standort abhängig bis zu 58 Millionen. Sind immerhin noch 57 Millionen übrig, das ging schnell, oder? Jetzt kommt die obengenannte Meute mit offenen Händen und nimmt sich nochmal 32 Millionen. Uff. Wenigstens 25 Millionen gerettet. Du hast binnen kurzer Zeit das Zehnfache deines Gewinns ans System verloren. Spiele Entwicklung lohnt sich, oder?
Um diesem Teufelskreis entgegen zu wirken, ist es nur logisch neue Ufer zu erkunden. DLC, Season Pass, Micro/Macro Transaktionen und Lootboxen bieten die Chance solvent zu bleiben während längerer Entwicklungsphasen. In der Zeit, die von den Kunden als Untätigkeit interpretiert wird, kümmert sich der Konzern um Forschung und Entwicklung, Lizenzen sicherung, Patent Verfahren und Planung. Es gibt in der Videospiel Industrie keinen Stillstand oder Ruhepausen, ausser man will Insolvenz anmelden. Als Spieler müssen wir akzeptieren, dass dies der Preis der Marktwirtschaft ist. Der Verzicht oder der Boykott kostet höchstens Arbeitsplätze, aufhören kann ein EA nicht. Dafür ist die soziale Verantwortung zu riesig. EA, als Beispiel, muss die Grenzen der Monetarizierung vollständig ausschöpfen, oder sterben. Es ist leicht dieses Vorgehen zu kritisieren und moralisch Fragwürdig zu empfinden, allerdings ernährt Moral keine Familien oder bezahlt die Rechnungen. Am Ende des Fiskal Jahres muss EA die Zeche zahlen, unabhängig davon wieviele Individuen dies in ausufernden Videos oder Artikeln anprangern.
Die fetten Jahre sind vorbei, jedenfalls für uns Kunden.

Verpiss dich!

 

Was, werter Leser, ist deine Lösung für das Problem? Schreibe deine Erfolgsstrategie in die Kommentare.

Über BoB

BoB
BoB lebt in Bremerhaven unter einer Brücke zusammen mit einer Familie Waschbären, seiner Lektorin Somiaa und einem toten Junkie, Liebevoll "Uwe" genannt. Alle beteiligten mögen: Lesen,Reiten und Lesen.

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„B&B ist am Start, total retard, maximal mustard, jetzt geben wirs euch hart!“ Joa…ich glaub …

5 Kommentare

  1. Weasel455

    Haha Großunternehmen die Steuern zahlen. Auf welchem Planeten lebst du denn?

    • BoB

      “The federal corporate tax rates as of 2012 ranged from 15 percent on net income up to $50,000 to 38 percent on net of $15 million and above. Once a corporation reaches $18,333,333 in net income, the tax rate falls back to 35 percent.”

      Selber HAHA.
      HAHAHAHAHAHAHA ;P

    • BoB

      Spaß beiseite. Ursprünglich wollte ich diesen Beitrag zeitgleich mit dem anderen “Triple A will nur dein Bestes”-Beitrag rausbringen, aber leider ist die Zeit im Moment Mangelware.

  2. mpox

    “Das Nischen dasein ist vorbei!”

    Ist das so? Mal im Ernst. Es gibt mehr Nischen als je zuvor. Auf der Gamescom werden mehrere Hallen ausschließlich mit Nischen gefüllt. Ich kenne die genauen Zahlen nicht, aber auf 100 Triple A Titel für den Mainstream, kommen 10.000 die hauptsächlich aus Leidenschaft und Kreativität entstanden sind.

    Etwas irritierend das gerade dir zu sagen, der sich sehr gerne genau in diesen Nischen aufhält.

    Durch die unglaubliche Zugänglichkeit (für nahezu jeden kreativen Kopf dieser Welt) Videospiele für populäre Plattformen zu schaffen, ist das Angebot quasi grenzenlos. Grenzenlos ist an dieser Stelle nochmal mit unterschiedlichen Eingabegeräten, Anzeigemöglichkeiten etc. zu multiplizieren.

    “Die fetten Jahre sind vorbei, jedenfalls für uns Kunden.”

    Vielleicht für die, die im Saturn ihre Videospiele kaufen, jau.

    Alle anderen erleben gerade die absolute Vielfalt und Grenzenlosigkeit dieser Kultur und Unterhaltungsform.

    • BoB

      Mit Nischendasein ist das Hobby und die verbundene Industrie gemeint, nicht die Subgenres etc. 😉

      Die fetten Jahre sind vorbei – bezieht sich nur, im Kontext der thematisierten AAA Studios, auf Dinge wie freispielbare Modi, Kostüme, und so weiter, mit Hinblick auf monetarizierungsstrategien.

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