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Review: South Park: The Fractured But Whole – Stagnation ist Fortschritt und Fortschritt ist gut

Was ist bei mir alles passiert? Ich bin über den Ozean gezogen und hatte nur einen Wunsch. South Park zu spielen, bevor ich in das Land ziehe, über das Matt Stone und Trey Parker seit zwanzig Jahren Witze machen. Doch erst sendet Ubisoft das Paket mit der Kopie Richtung Razyl, dann verspätet sich die Kopie auf dem Weg zu mir. Ein langer Weg also bis ich endlich meine dreckigen Griffel, an einen meiner Top Kandidaten für das Spiel des Jahres legen kann. Ob sich die Warterei gelohnt hat, erfahrt ihr nun im Test zu “South Park: The Fractured But Whole”.

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg

Wie ich in meinen einleitenden Worten schon anmerkte, ist die South Park schon über zwanzig Jahre alt. Besser gesagt, die Serie rund um Stan, Kyle, Kenny und Cartman wurde dieses Jahr endlich erwachsen; denn South Park ist so ziemlich 21 Jahre alt. Von dem einstigen Furz, Fett, Schniedel, Kotz und “Oh-Mein-Gott-Sie-Haben-Kenny-Getötet”-Witzen wurde sich längst gelöst und auch die Thematiken der einzelnen Folgen wurden ernster und politischer. 2014 sogar das Konzept der unzusammenhängenden Episoden aufgelöst und durch einen großen Staffel Plot ersetzt, womit man in 2016, verzeiht meine Wortwahl, brutal auf die Fresse geflogen ist. Zu sehr hat man sich an den Plot geklammert, der dazu führte, dass man sich zu sehr an Tagespolitik festgehalten hatte, aber die Welt sich doch in eine andere Richtung drehte. Auch nach dem Fiasko ging es nicht besser weiter, die erste Folge der 21. Staffel eine milde Katastrophe und auch die folgenden Episoden ließen dem Fan in mir nur wenig Hoffnung für Fractured But Whole zu.

Doch es kam anders. Zumindest Storytechnisch. Statt mit der 20. Staffel, oder mitten in der 21. Staffel ein Backdoor Story beginn einzubauen, spielt die Welt in Colorado auf zwei parallel verlaufenden Zeitachsen. Während die Show also weiter geht, setzt der neuste Titel aus dem Hause Ubisoft einen Tag nach den Ereignissen von “The Stick of Truth” ein, welcher schon 2013 mit den grandiosen vorletzten drei Episoden einen Einstieg bekommen hat.

Buttman!

Statt Fantasy Universum, nun aber mit Superhelden, welche man schon aus dem Cthulhu Dreiteiler oder der Coon Episode kennt. Der einzige Unterschied: wir sind mittendrin. Wie auch in The Stick of Truth sind wir Teil der Welt, was dem Spiel natürlich einen ganz besonderen Charm vermittelt. Nun geht es wie auch bekannt gegen die Mächte des Bösen, die sich unter anderem unter Professor Chaos Banner versammelt haben. Natürlich mit dem gewohnten Charm, Witz und einer Menge Dinge die passieren, und von denen ich an der Stelle nicht berichten werde, da Spoilern so 2012 ist. Jeder Fan der Serie sollte aber wissen wohin wir uns begeben werden und was uns als Helden im ungefähren erwartet.

Anders als im ersten Teil gibt es nun mehrere Möglichkeiten seinen Charakter zu individualisieren, was der findige Podcast Hörer der Amazing Wochenschau vermutlich auch schon wusste. Erstmals können wir das Geschlecht wechseln und auch die Hautfarbe, welche mit dem steigenden pigmentierungsgrad einen exponentiell steigenden Schwierigkeitsgrad mit sich bringt. Zwar wird von Ubisoft dementiert, dass es sich dabei um die Wahrheit handelt und es mehr als Satire zu verstehen ist, doch obwohl sich der Schwierigkeitsgrad nicht ändert, können wir uns doch auf einige, mal mehr, mal minder nette Reaktionen vorbereiten, je nachdem welche Hautfarbe wir unser eigen nennen können.

Stagnation ist Fortschritt

Darüber hinaus hat sich nicht viel geändert. Das Smartphone ist immer noch unser Menü, die Welt und Charaktere die selben. Die Welt dreht sich weiter, doch South Park bleibt South Park. Man muss das Rad nicht neu erfinden wenn man schon beim ersten Mal den Nagel auf den Kopf getroffen hat und die Höschen der fetten Nerdkinder mit Butters Sport Drink gefüllt hat. Natürlich gibt es einige Änderungen, aber eben auch nur um die Fantasy Welt, in eine Superhelden Welt zu ändern. So suchen wir neue Superpower Fürze statt Magischen Fürzen oder suchen Relikte um unsere Kräfte zu stärken.

… und Fortschritt ist gut!

Interessanter wird es dann bei dem Gameplay, ein Aspekt der sich verändert hat um eben dem Superhelden Thema zu gefallen. Statt rundenbasierenden Kämpfen ála Mario RPGs, gibt es nun rundenbasierende Kämpfe ála Mario X Rabbits, wenn auch nicht so ausgereift oder in Szene gesetzt. Obwohl ich meine Zweifel hatte, da gerade im ersten Teil das System eher mäßig war, bin ich von dem Kampfsystem hier sehr angetan, da, obwohl auch sehr einfach, es durchaus witziger in Szene gesetzt ist. Zum Beispiel, wenn man sich auf der Straße als übermächtiger Superheld mit den “pösen Buben” anlegt, und alle brav auf die Seite gehen, wenn ein Auto kommt.

Fazit

South Park als Spiel hat und muss sich nicht weiterentwickeln. Zumindest nicht im eigentlichen Sinne. Grafisch ist das Spiel alles was ich wollte und mehr, so wie auch im ersten Teil. Story-technisch ist das Spiel alles was ich wollte und mehr, so wie auch im ersten Teil. Die Idee dahinter ist so genial, so perfekt umgesetzt, dass ich nicht mehr verlangen könnte. Klar, das Kampfsystem ist einfach. Ein Hardcore Rollenspieler würde mir vor die Füße kotzen. Doch es sind Kinder die mit ihrer Fantasie oder Butters Pimmel spielen. Haben wir damals, als wir uns mit Nussbaum Stöcken verprügelt haben darüber nachgedacht es intelligent und deep aussehen zu lassen? Nein. Wir hatten Spaß, und das schafft ein South Park zu verkaufen.

Über bababa

bababa
Als noch nicht ganz gereifter 93' Jahrgang mag ich Schokoladen, Kakao, Eis, Sonnenuntergänge und Spaziergänge in lauen Sommernächten. Darüber hinaus liebe ich Videospiele, Musik und Filme. Da alle Damen jetzt schon schwärmen und das hier nicht mehr lesen: das mit dem Spazierengehen war gelogen, wer geht schon gerne raus? Die Macht kommt aus dem Keller!

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