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Für die einen ist es Trash, für die anderen ist es Troma

Lloyd Kaufman, oder Onkel Lloyd, ist sowas wie der Steven Spielberg des Trash. Mit seiner Studio: Troma mischt er seit fast 40 Jahren die Filmindustrie auf und mauserte sich zur Kultfigur. Mit seinem Buch “Make your own damn movie” ließ er den Interessierten einen Blick hinter die Kulissen der B-Movie Industrie werfen. Gegen alle Widrigkeiten und Widerstände setzte sich Troma gegen die Konkurrenz durch.

Lloyd Kaufman. Genie und Wahnsinn haben ein Inzestbaby

 

Am Anfang gab es nur Lloyd Kaufman, 100$ und eine Bande von jungen, motivierten Freunden. Ziel dieser war es in das Filmgeschäft einzusteigen. Es galt eine Nische für sich zu finden, schnell wurde klar, dass Humor, Gewalt und Körperfunktionen alle Beteiligten begeisterten. Dies zu kombinieren wurde zum Markenzeichen von Troma. Allerdings sind diese Vorlieben in Hollywood nicht unbedingt die Begehrtesten, gelten sogar als Kinokassen Gift. Was tut man also in diesem Fall? Man startet private Vorführungen! Am besten in der örtlichen Kirche. Selbstverständlich fliegt man ziemlich zeitnah und achtkantig aus besagter Kirche, jedenfalls wenn man Enthauptungen und Stuhlgang zur selber Zeit zeigt (Manchmal reicht es auch einfachen Stuhlgang auf der Leinwand zu zeigen, manche Kirchen sind da wenig liberal.) Weil Onkel Llyod aber die alte Redensart:”Wenn dir jemand keine 5$ leihen will, bitte ihn um 10.000$” kennt, lässt man sich nicht entmutigen. Man mietet einfach ein Kino und feiert eine Premiere, natürlich nur echt mit verlaustem roten Teppich aus einer Abrissbude. Es galt die Prämisse: Wenn keiner mit uns spielen will, spielen wir halt alleine!

“Fuck off, Hollywood.”

 

Troma brachte konstant neue Filme raus, von “Nukem High” über “Surf Nazis must DIE” bis zum “Toxic Avenger”, erfüllte sich eines jeden Splatter Fans kühnster Traum. Mit Troma entstand eine Filmfirma für den mittellosen Regisseur. Schnell fing Troma an junge Autoren, Schauspieler und Filmemacher zu rekrutieren, indem sie eine Politik der offenen Tür proklamierten. Jeder konnte mit seinem Projekt hereinschneien und sein Glück versuchen. Tromaville war für Gorehound B-Movies der Gegenentwurf zu Hollywood geworden. Es waren zwar lange Jahre nötig um sich zu etablieren, aber als man seinen Ruf hatte, wurde man zur festen Grösse innerhalb der Splatter Nische. Der finale Schlag innerhalb dieses Entstehungsprozesses war die Erfindung des Toxic Avengers. Troma wollte einen Superhelden, weil aber niemand Troma die Lizenz für Batman geben wollte, dachten sie sich halt einen eigenen aus. Das Ergebnis war ein bis dato nicht gesehener Hype. Toxie avancierte sich zur Gelddruckmaschine des Unternehmens. Es folgten Fortsetzungen, Comic, Videospiele und sogar eine Samstagmorgen Cartoon Serie. Ausgestattet mit einen finanziellen Polster, verstärkte Troma seine Bemühungen um junge Kreative. Innerhalb des Genres war Troma zum Wegbereiter geworden. Erstaunlicherweise blieb das Unternehmen bis heute seinen Wurzeln treu, wo andere sich einspannen ließen, tat Troma was sie wollten. So kann ich dir, werter Leser, versprechen, dass wenn du auf Twitter Llyod Kaufman folgst, dieser dir ohne weiteres ein Shoutout gibt oder dich zu einer Con einlädt. “Klar, ist bestimmt nur ein PR Fuzzi der da antwortet.” denkst du jetzt, lägst damit aber falsch und müsste zur Strafe für diese zynische Aussage den Beitrag nochmal lesen. Vor ungefähr 2 Jahren startete Troma nun seinen YouTube Kanal, reichlich spät, aber dafür war der Content mehr als überraschend. Die Tatsache, dass viele Fans auf teure Importe zurückgreifen mussten um in den Genuss des Troma Styles zu gelangen, war Troma schon länger ein Dorn im Auge. Was tut man dann? Man stellt seine größten Hits einfach kostenfrei auf YouTube. Viele der dort verfügbaren Film haben es nie nach Deutschland geschafft und die Con Vlogs und Info Clips bieten dem angehenden Filmemacher gute Ansätze wenn es um die Gestaltung eines moderaten Budgets geht.

…Und wie man harmonische Filmplakate komponiert.

 

Heutzutage ist Troma neben einer Filmfirma vor allem ein Netzwerk von Bekloppten für Bekloppte und allein dies macht sie schon wahnsinnig sympathisch. Wenn es bei vielen nur um Geld und Business geht, geht es bei Troma auch immer um “Scheisse, warum nicht?!” und dafür lieb ich sie.

Wer gerne JETZT ins Business einsteigen will, besucht am besten: DIES

 

Dies war der Dritte, und letzte, Teil der Kettensäge Karaoke Woche. Stay Frosty!

Über BoB

BoB
BoB lebt in Bremerhaven unter einer Brücke zusammen mit einer Familie Waschbären, seiner Lektorin Somiaa und einem toten Junkie, Liebevoll "Uwe" genannt. Alle beteiligten mögen: Lesen,Reiten und Lesen.

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