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AAA Studios wollen nur dein Bestes….. nämlich dein Geld.

Wenn etwas “Gut für das Geschäft” ist, ist es im selben Atemzug oftmals schlecht für den Kunden. Wer schon immer mal wissen wollte, wie es wäre, wenn die Heuschrecken der Microtransaktionen und Schröpferei nicht nur im mobilen Markt Amok laufen, sondern auch die Heimkonsolen unsicher machen, der hat Glück! Die zweite Hälfte des Jahres 2017 entpuppt sich als langsam aber sicher, zu dem Jahr, indem die großen Entwickler vollständig die Hemmungen verlieren und sich nach Herzenslust am Konto des Kunden bedienen wollen.

Nicht abgebildet: Anstand

 

Im Grunde haben wir, als Kunden, es aber auch nicht besser verdient. Schließlich haben wir Capcom damals in den Neunzigern gezeigt, dass es “OK” ist, ständige Neuauflagen eines alten Titels für den Vollpreis zu verkaufen. Danach haben wir uns von der Fairness der Blizzard AddOns blenden lassen. Nicht umsonst gelten Hellfire, Frozen Throne, Brood War, Lord of Destruction etc als Paradebeispiel für einen vorbildlichen Umgang mit Zusatzsoftware. Irgendwann zwischen dann und jetzt entstand allerdings eine Kluft. Anfangs war diese Kluft vielleicht gerade groß genug um ein gepanzertes Pferd hindurch zuführen, dies änderte sich aber dann rapide. Die Jagd auf das Wachstum und den schnellen Euro war eröffnet worden. Handy Spiele, die diesem Modell folgen, gibt es zu Tausenden. Möchte man zu den Topspielern gehören, sollte man schonmal sein Kreditlimit erhöhen oder eine Hypotheke aufnehmen. Natürlich ist niemand gezwungen Geld für Titel wie Forge of Empires, Castle Clashers oder War of Kings auszugeben, genauso wenig ist man gezwungen Spaß mit besagten Titeln zu haben. Es ist eine ganz einfache Rechnung: Entweder du bezahlst jetzt 0,99 € ooooooder du grindest für 45 Jahre. Beides führt zum selben Ziel: Premium Währung zur Beschleunigung von langwierigen Gameplay Passagen, wobei der Begriff “Gameplay” im Kontext äusserst Großzügig gewählt ist, oder dem steigern von Fähigkeiten um im kompetiven Gameplay konkurrenzfähig zu bleiben. Hat man nur einen Funken von Verstand, sollte Option 3 gewählt werden: Man kann nur gewinnen, indem man nicht spielt.

 

Dieses Gräuel war in diesem Umfang allerdings lange Zeit dem Handy Markt vorbehalten. Uns “richtigeren” Videospielen blieb immer die Möglichkeit über die Dummheit der Handy Kundschaft zu witzeln und wir fühlten uns gut dabei. Es gab vielleicht mal einen Titel der uns Erfahrungsbooster andrehen wollte, oder der Charaktere hinter eine Paywall stellte, nötig waren diese Dinge allerdings nicht, größtenteils waren die Spiele gut genug um investierte Zeit nicht zu bereuen. Als Dead Space 3 sich anschickte Microtransaktionen in einem Singleplayer Titel Salonfähig zu machen, entlockte uns dies höchstens ein müdes Lächeln. Allerdings wurde diese Einstellung langsam aber sicher aufgeweicht. Wo Anfangs eine generelle Ablehnung zu finden war, entstanden nun weite “Aber…” Segmente. “Mikrotransaktionen sind scheiße, aber solange es nur kosmetische Items sind….” – ” Monetarizierter Inhalt ist kacke, aber solange es nur optionale Sidequests sind…”. Irgendwie hat man uns zu einer stillen Akzeptanz gebracht, vermutlich durch das simple Ignorieren der unterschiedlichen Shitstorms in Kombination mit einer “Zwei Schritte vor, einen Schritt zurück” Politik. Aus “Diese Waffe bekommst du nur für Bargeld..” wurde “Wir haben die Kritik der Community gehört, deshalb werden Waffen gratis bleiben und nur das Waffenzubehör Geld kosten.” Während wir uns über unseren Einfluss freuten, hatte der Publisher schon erreicht was er wollte. Wir akzeptierten einen Kompromiss, der vorher nicht zur Debatte stand. Man hat sich auf diese Weise zu einer Neupositionierung der eigenen Einstellung bringen lassen. Kostüme, Zubehör, Farben oder Items sollten nicht kaufbar, sondern erspielbar sein. Punkt. Man kauft sich ja auch nicht die Bloopers und geschnittenen Szenen auf einer BluRay extra. Unglücklicherweise, können wir uns da vermutlich aber alle an die eigene Nase fassen.

 

Mit Shadow of War, Forza 7 und, demnächst, Star Wars Battlefront 2, startet nun eine Großoffensive auf unsere Integrität. Es ist unnötig an dieser Stelle erneut aufzuzählen, wie perfide und gameplay beeinflussend die Mikrotransaktionen in besagten Titeln sind, dennoch finden sich genug Leute die an der “Man kann diese Titel auch spielen ohne die Mikrotansaktionen zu erwerben.” – Argumentation festhalten. Das klingt auf den ersten Blick auch rational, jedenfalls wenn man nur vor der eigenen Haustür kehrt. Das Problem, und der Grund der aber zu wenigstens etwas Widerstand führen sollte, ist die Tatsache, dass viele Menschen gegenüber Glückspielen anfällig sind. Man gibt hier bereitwillig auf, wofür seit den späten Siebzigern Diskussionen geführt wurden, nämlich das Videospiele KEIN Glückspiele sind. Die Bundesregierung hatte Spielhallen mit Fokus auf Videospiele aus diesem Grund verboten, es wurden Spiele vom Markt genommen die Glückspiele verharmlosen und das Medium galt für Jahrzehnte als buckliger Neffe des Einarmigen Banditen. In den letzten Jahren, hat sich das Medium gelöst von vielen dieser Anschuldigungen, nur um diese jetzt Post Mortem wiederzubeleben durch eine Rubbellos Mechanik in Form von Lootboxen. Die Tatsache, dass ICH auf diese Mechanik nicht reinfalle, schützt nicht meinen Nachbarn. Es geht auch ein Stückweit um den verantwortungsvollen Umgang mit unserem Einfluss als Kunden. Uns aber ist es egal, schließlich ist es eine Ich-Gesellschaft, in der jeder seines eigenen Unglückes Schmied ist. Es betrifft uns nicht. Wir verhalten uns, als würde unser Konsum in einer Blase stattfinden, losgelöst vom Gesamtbild. Was helfen würde, wäre eine Presse die bestimmt und selbstbewusst eine Linie in den Sand zeichnet. Eine Berichterstattung die in einem Review abzüge für die Geldscheffelei vergibt. Und wenn Battlefront 2 der geilste Shooter seit Erfindung des Knäckebrots ist, verdient er dennoch eine 5/10. Weil es so nicht weiter geht. Weil Moral nicht zum Download zur verfügung steht und weil wir als Kunden etwas besseres verdienen als den moralischen und finanziellen Bankrott. Ich, für meinen Teil, habe genug davon. Die Bank hat geschlossen, sucht euch einen anderen Idioten.

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22 Kommentare

  1. Sehr guter Artikel! Werde mir die Games einfach nicht mehr kaufen wenn sowas passiert, hätte zwar durchaus Bock auf Battlefront 2 aber finde Microtransaktionen sind eine absolute Sauerei. Man kauft ein Spiel und erhält nur den halben Inhalt und soll für den Rest nochmal blechen. Kann man von mir aus bei Free To Play Titeln machen, aber nicht wenn ich 60€ dafür auf den Tisch lege.

    • BoB

      Macht es für mich, als Star Wars Fanboy, doppelt schmerzhaft. EA wird mit der Lizenz vermutlich nichts bemerkenswertes anstellen und versuchen, die Marke zu schröpfen bis nichts mehr geht. Bin da ganz bei dir. Für 60€ sollte man ein komplettes Produkt ohne Bauernfängerei erwarten können.

  2. mpox

    Ich habe jetzt Shadow of War gute 2 Stunden gespielt und weiß bisher nur aus dem riesen Shitstorm im Internet, dass man Lootboxen mit Echtgeld kaufen kann. Mal als Spieler gesprochen. Der das Spiel auch tatsächlich spielt.

    Die Moral- und Glücksspielkarte ist bei einem solchen Thema leicht gespielt. Ganz so einfach ist es dann aber nicht.

    Die Publisher haben halt ihre Dummen gefunden. Irgendwie müssen die Millionenbudgets und die Gier nach noch größeren, längeren und bombastischeren Spielen ja finanziert werden.

    Sind dann die selben, die sich über einen 15€ The Last of Us DLC mit 2 Stunden Spielzeit beschweren. Das ist dann auch doof. Hachja.

    Selbstverantwortung und Beherrschung. Darum gehts. Die, die in Shadow of War Kohle ausgeben sind keine labilen Süchtlinge und ahnungslose Kinder, sondern einfach Typen bei denen das Geld locker sitzt und die damals schon auf Action Replay abgefahren sind. Gäbe es die nicht, wären Micotransactions bei Publishern auch nicht so Hip. Kaufts keiner, machts keiner. Simpel.

    Solange mir die Publisher die Lootboxen nicht ständig ins Gesicht klatschen und es nur eine belanglose Cutscene nach dem eigentlichen Spiel ist, die ich dann halt nicht ohne Echtgeld oder viel Aufwand sehen kann… also auf Youtube schon… von mir aus. Wenn sie damit anfangen sollten echte Paywalls zu platzieren, kaufe ich die Spiele einfach nicht mehr. Ganz einfach.

    Das Thema reguliert sich quasi selbst. Und wenn man mit dem bösen kapitalistischen großen Publishern gar nicht mehr klar kommt, zockt man halt nur noch Indiespiele. Oder die von Nintendo! Ist ja nicht so als gäbe es keine Alternativen und der Videospielmarkt würde in Gänze verseucht werden.

    • mpox

      Beim Rubbellos gibt es übrigens Nieten und man hat Geld für NICHTS bzw. eine Chance ausgegeben.

      Sehen “die Offiziellen” übrigens auch so 🙂

      In a statement sent to Kotaku, an ESRB spokesperson said:

      While there’s an element of chance in these mechanics, the player is always guaranteed to receive in-game content (even if the player unfortunately receives something they don’t want). We think of it as a similar principle to collectible card games: Sometimes you’ll open a pack and get a brand new holographic card you’ve had your eye on for a while. But other times you’ll end up with a pack of cards you already have.

      Achja, wie lange gibt es eigentlich FIFA Ultimate Team schon? Der Vater aller Lootboxen in meinen Augen. 3? 4 Jahre? Wie gesagt, ich verstehe die Aufregung nicht so ganz.

    • Razyl

      “Kaufts keiner, machts keiner. Simpel.”

      Tja. Aber genau das passiert gerade: Leute kaufen sich Mittelerde. Kaufen sich Battlefront 2. Kaufen sich ein Forza 7. Dann mag man sich zwar sagen “Ich muss ja die Lootboxen nicht kaufen!”, aber dass man indirekt dem Publisher trotzdem ein Signal sendet, wird nicht weiter bedacht. Schließlich unterstützt man indirekt mit dem Kauf schon diese Praxis nach dem Motto “Es stört nicht, dass es diese Mikrotransaktionen überhaupt gibt – von den (potenziell) 50-70 Euro hält es mich nicht ab!”.

      Und beim nächsten Mal versucht der Publisher die Daumenschraube noch etwas enger zu ziehen. Schließlich wirft man den Frosch auch nicht sofort in den Topf mit heißem Wasser, sondern erhitzt diesen nur nach und nach. Das hat schon bei der DLC-Praxis funktioniert, jetzt geht es halt weiter mit den Lootboxen. Hätte man damals schon auf Bethesdas Pferderüstung verzichtet, anstatt sie profitabel zu gestalten, wäre das Thema vielleicht heute etwas anders.

      EA war mit Dead Space 3 vielleicht nur ein paar Jährchen zu früh dran – heute könnte man die Ressourcen fürs Crafting problemlos als Lootboxen verticken.

      “Das Thema reguliert sich von selbst.” – Ja. Wenn Leute ihren Konsum unter Kontrolle halten würde, wäre es das. So regulliert es sich am Ende nur für die Publisher – auf zum nächsten Umsatzrekord.

      Aber zum Thema kommt eventuell demnächst noch etwas ausführliches.

    • mpox

      Man kann auch nur das betroffene Feature boykottieren ohne gleich das Ganze Spiel zu verteufeln.

      Wie sehr das Früchte tragen kann, hat man zum Beispiel bei Diablo 3 und dem Echtgeld AH gesehen.

    • Razyl

      Ein ganzer Fall im Vergleich zu den dutzenden Fällen, bei denen Leute lieber die Pille schlucken. Denn das Thema “Das reguliert sich schon von selbst” gab es schon bei

      – Mikrotransaktionen bei Mobile Games: Ausgang bekannt, hier sind übrigens sehr wohl Kinder im speziellen Fokus
      – F2P-Titel: “Gut, die sind ja kostenlos, irgendwo muss das Geld reinkommen und solange es nur optische Änderungen sind… ”
      – AAA-Spiele: naja, die Entwickler müssen ja auch Geld verdienen und solange zukünftiger Inhalt kostenlos ist….

      hin zu AAA-Spielen, die das Lootboxensystem einbauen und einen Season Pass anbieten, sprich kommende Inhalt eben nicht als Gratis-DLCs veröffentlichen. Oder AAA-Spiele, die ein Lootboxensystem einbauen, um gleich die gesamte Spielbalance zu treten, siehe NBA 2K18. Manchmal fliegen Spiele dabei auf die Fresse, Diablo 3 (welches ich übrigens vollständig bis zur Komplettentfernung des AH boykottiert habe) oder Dead Space 3, aber der Großteil wird gegessen, während der Topf wie bereits erwähnt immer weiter erhitzt wird.

      Noch mögen solche Dinger Optionen sein, wobei kein Entwickler/Publisher der Welt Optionen einbaut, damit sie am Ende keiner nutzt, und jeder kann ja mit seinem Geld machen, was er will. Nur sollte man sich nicht wundern, wenn es in Zukunft noch bedenklicher wird.

      P.S.: Dass die ESRB als selbstregulierende Einheit der Industrie kein allzu großes Problem mit einem Lootboxensystem hat, ist nicht allzu überraschend. Vmtl. werden es die anderen Einrichtungen aber ähnlich sehen, weil es diesbezüglich noch keine Gesetze gibt. Da sollte man sich eher an die zuständigen Organe widmen.

    • mpox

      Ein kleiner aber feiner Unterschied ist hierbei, dass ich kein Frosch bin.

      Sobald das Wasser auch nur einen Grad über meiner Komfortzone ist, springe ich raus und schlag ihn den Verantwortlichen über den Schädel.

      Und dann reguliert es sich eben doch selbst.

    • mpox

      Und damit es nicht wieder heißt, es sei Ich-bezogen:

      Jeder Publisher kann selbst entscheiden wieviele und vor allem welche Frösche er im Topf haben will. Es gibt wie gesagt genug Töpfe, für jede Art von Frosch. Videospiele bzw. dessen Markt ist heute einfach deutlich breiter aufgestellt als vor zwanzig Jahren.

    • Razyl

      Für dich selbst. Nicht für die Branche. Die hat noch genügend Frösche im Topf, die sich nicht darum scheren, dass eine Lootbox- und/oder Mikrotransaktions-Mechanik bewusst in das Gameplay eingreift oder die die Ungewissheit vor dem Öffnen einer solchen Box lieben. Zudem wird eine “neue” Generation an Spielern direkt mit diesen Systemen vertraut gemacht, die es im schlimmsten Falle nicht einmal mehr anders kennen.

      Klar, kann man das mit einem ¯\_(ツ)_/¯ und “Gibt ja noch Ausweichmöglichkeiten wie Indie-Games” abstreifen. Sehe ich nicht einmal ganz so unähnlich: Heute ist es einfacher denn je auf AAA-Spiele zu verzichten. Aber ob das die Lösung des Problems ist, sei mal dahingestellt. Schließlich könnte auch ein Markt existieren, bei denen die Fronten eben nicht so verhärtet sind. Aber dafür ist der Zug vermutlich schon lange, lange abgefahren – spätestens seit Bethesdas Pferdedecke.

  3. Serilas

    Schöner Artikel 🙂 Ich mag deine Art zu schreiben sehr gerne.

    Zum Thema: Ich bin von Microtransaktionen in Vollpreisspielen genervt, obwohl ich sie nicht benutzen würde. Ergibt das Sinn? Warum muss so etwas heutzutage sein, wenn es doch vorher kein Problem war, die Inhalte ohne Zusatzkosten ins Spiel zu bringen. Wenn man mein Geld möchte, dann kann man es doch bitte etwas subversiver machen oder das Spiel direkt 10 € teurer machen.

    • Razyl

      “oder das Spiel direkt 10 € teurer machen.”

      Wenn das mal so einfach wäre. Laut Studien sind Kunden immer weniger bereit 60 US-Dollar für ein physisches Spiel auszugeben. Stattdessen stehen Spiele als Dienstleistungen im Vordergrund, also das bekannte “Games as a Service”. Spieler wollen mehr, aber gleichzeitig weniger dafür ausgeben. Gleichzeitig sind immer mehr keyseller am Start, die den Publishern auch nicht so richtig in den Kram passen, da es dort immer schwarze Schafe gibt, die mit Keys handeln, die von gestohlenen Kreditkarten stammen.

      Das alles zu vereinen ist für Publisher nicht einfach. Aber die aktuelle Methodik findet Anklang – selbst wenn man dann 60 US-Dollar für das Spiel, Lootboxen und einen Season Pass in sich vereint.

    • Weasel455

      Die meisten zahlen keine 60 € mehr sondern kaufen beim Keyseller oder im Sale. Bei den Konsolen ist die Preisempfehlung eh schon bei 70 besonders für Exklusivetitel. Es hilft auch nicht, dass Valve rumrennt und überall erzählt wie sie mit CSGO Gambling Milliarden verdienen.

  4. BoB

    Hey, Danke für die vielen Kommentare! Ich könnte jetzt Razyls Argumente Copy&Pasten, weil wir da die gleiche Position haben, wäre aber irgendwie redundant.

    Kleine Anmerkung: Bitte zivilisiert bleiben, es könnte Frogcasts gefühle verletzen, wenn er von sovielen gekochten Fröschen liest.

  5. Flashpinguin

    Ich hab ja immer noch das Gefühl, wenn man das Spiel nicht kauft, weil es Lootboxen hat, verfälscht man nur die Statistik, so dass auf dem Papier eine höhere Zahl der Spielekäufer zeitgleich auch Lootboxen erwerben. Dann wiederum ist es ja auch egal, da ich ganz früher mal, als Microtransaktionen bei F2P Handyspielen noch großes Thema waren den Satz gehört habe, dass sich diese Spiele von 2-3% Spielern finanzieren, die Geld ausgeben und dafür ordentlich.

    Und ich denke, solange diese 2-3% existieren, beziehungsweise 4-6%, da die Hälfte der “NoLootboxNoMe” Spieler ja boykottiert :^), ist es auch rentabel Lootboxen ins Spiel zu packen. Fazit: Das Geld was man durch den nichtkauf eines Spieles mit Lootboxen gespart hat einfach an Suchthilfen spenden, um die Lootboxen am effektivsten zu bekämpfen.

    • BoB

      Ja. Du meinst die Wale. Diese wenigen Spieler die dafür sorgen, dass sich die Modelle rentieren. Was in sich schon irgendwie interessant ist, wenn man bedenkt, dass 2% Highroller reichen um es als Erfolg zu verbuchen. Der Punkt ist aber richtig und von mir nicht bedacht: Wenn 2% reichen um dieses Modell zu rechtfertigen, können die anderen 98% eigentlich nur auf den moralisch besseren Standpunkt hoffen, nicht aber dass das Verzichten etwas an den Zuständen ändert. Das schmeckt mir auf einem ganz grundsätzlichen Level nicht, ist aber Realität.

      Go Indie, i guess.

      Wobei ich Razyl zustimme, wenn er sagt: AAA macht es einem leicht AAA zu ignorieren. Vielleicht sollte man AAA einfach abhaken.

    • Razyl

      Wenn die Statistik jedoch ergibt, dass statt 10 Millionen Exemplare nur vier Millionen Exemplare abgesetzt worden sind – was natürlich nur eine Träumerei ist, weil ja trotzdem wieder jeder kauft -, dann würde das einem Publisher schon schmerzen. Dafür müsste man halt nur mal sowas durchziehen.

      Aber wehe ein Spiel hat einen schwarzen/weiblichen/behinderten/transsexuellen/whatever Charakter. DANN geht die welt unter.

    • BoB

      Ohne groß abschweifen zu wollen: Ich finde es bedenklich, dass dem “All Gamers are sexist” Drama Themen immer sehr viel Platz eingeräumt wird, während im Steam Forum, bei NeoGaf, Chan und Reddit buchstäblich zehntausende Leute über Microtransaktionen reden. Beim ersteren nutzt man Lupe und Detektiv Skills, während das zweite dann nur gestriffen wird. Zum Glück wurde das zweite Thema nun groß genug um nicht mehr ignoriert werden zu können. Gender Politic Schlagzeilen klick ich nicht mal mehr an, erscheint mir als sehr amerikanische Problematik…. was soll man auch erwarten, wenn man Nippel verbietet aber Kopfschüsse abfeiert.

  6. Sulkeer

    Sehr lesenswerter Artikel BoB.

    Argumentativ bin ich bei Mauro. Man kann Mikrotransaktionen kritisch gegenüberstehen und gleichzeitig das Spiel an sich gut finden. Ich denke, dass die Schwelle des Mainstreams noch nicht überschritten worden ist. Der Hauptteil eines Spiels findet “noch” nicht durch Microtransaktionen statt. MMn wissen die Publisher das auch ganz genau und spielen mit genau dieser Schwelle. Kann man gut oder schlecht finden und bei dem einen ist die Grenze eben schneller erreicht als bei jemand anderen … solange es sich rechnet, wirds auch gemacht. Der Markt für Videospiele hat sich seit 2000 für eine breite Masse geöffnet und da ist es in meinen Augen nur logisch, dass durch solche Dinge Geld verdient wird. Man probiert ein Geschfäftsmodell aus und wenn es funktioniert, dann wird es in aller Regel auch umgesetzt.

    Lösung für das Problem wäre ein reflektierender sich selbsteinschätzender Konsument. Wird allerdings in naher Zukunft nicht passieren 🙂

  7. BoB

    Ich pack mal diesen Link hier rein, da sind einige gute und einige schlechte Argumente dafür und dagegen zu finden. Für Interessierte:

    https://www.reddit.com/r/de/comments/7641ac/h%C3%B6rt_h%C3%B6rt_liebe_zocker_loot_boxen_sind_ein/?utm_content=title&utm_medium=hot&utm_source=reddit&utm_name=de

  8. BoB

    EA Statement zu BF2 Loot System

    – There are many things you can earn in the game, including weapons, attachments, credits, Star Cards, Emotes, Outfits and Victory Poses.
    – As a balance goal, we’re working towards having the most powerful items in the game only earnable via in-game achievements.
    – Crates will include a mix of of Star Cards, Outfits, Emotes or Victory Poses.
    – Players earn crates by completing challenges and other gameplay milestones, or by purchasing them with in-game credits or Crystals, our premium currency.
    – If you get a duplicate Star Card in a crate, you will get crafting parts which you can then use to help upgrade the Star Card of your choice.
    – And lastly, you have to earn the right to be able to upgrade Star Cards and unlock most Weapons. You can only upgrade or unlock them if you have reached a high enough rank, which is determined by playing the game.

    Zwei Schritte vor, einen Schritt zurück und alle so:”Schön das EA auf die Community hört”

  9. Sessomaru

    Ich kann sowohl Razyls auch auch Mpox meinung nachvollziehen.
    Doch am ende muss ich mich auf Mpox seite schlagen … so funktioniert halt das Kapitalistische System … Es wird gemacht was der Kunde akzeptiert und nutzt wenn einem das nicht passt gibt es nur einen weg effektiv was dagegen zu tun. Reded in Foren und mit Freunden/Bekannten vor allem Jugendlichen/Kindern darüber erklärt ihnen die Problematik und überzeugt sie mit Argumenten ausserhalb des früher war alles besser zeugs. Nur wenn kein geld mehr durch diese Methoden verdient wird oder es sich auf verkaufszahlen auswirkt wird sich wirklich etwas ändern und nicht nur ein wenig zurückgerudert.
    MFG Sessomaru

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