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Heiliger Bimbam, Batman

Die Serie “Gotham” ist der beste Batman Film.

 

Batman ist heutzutage, aufgrund seiner Beliebtheit, überpräsent. Die von Bob Kane erdachte Figur ist nach unzähligen Neuinterpretationen kaum noch mit der Original Idee zu vergleichen. Wo Batman am Anfang noch seine “Batgun” nutzte um Verbrecher umzulegen, galt später der Kanon, dass die Fledermaus nicht tötet. Dies wurde dann später aufgeweicht, nur um erneut eingeführt zu werden. Die Batman Geschichte ist eine Geschichte voller Missverständnisse und genau wie ein Tampon, hat auch Batman sich mit viel Ballast voll gesaugt. So durchlief die Fledermaus immer wieder Phasen von Arschigkeit, in denen er z.b. Robin anbrüllt, verprügelt oder auf sadistische Art trainiert, während diverse Superschurken irritiert zuschauten. Mal war Batman mehr Detektiv, mal mehr Strassenkämpfer. Das Kostüm wechselte von Grau auf Schwarz, dann zu Blau um anschließend über Rot wieder bei Schwarz und Gelb zu landen. Neben dem ewig 27-jährigen, ja, Batman ist 27, tauchen auch immer mal wieder neue Bat-Angestellte auf. Da gibt es die ganzen Dicks, Tims und Jasons die im Laufe der Jahre die Robin Persona anlegten, die unterschiedlichen Batgirls (Weil Batwoman wohl blöde klingt), die Huntress, Batmite, Bat-Alfred, Batboy etc etc. Zeitweise war in der Bathöhle mehr Verkehr als am Hamburger Hauptbahnhof. Dies schadet natürlich dem Image des einsamen Kreuzritters und bedurfte einer Korrektur. Frank Miller machte mit “Batman Year One” eine Reise in die Vergangenheit des dunklen Ritters. Dies markierte einen fundamentalen Wendepunkt in Batmans Erfolgsgeschichte und prägte die Figur nachhaltig.

Frank Miller’s Batman besticht durch den Straßenkämpfer Schwerpunkt.

 

In Filmen und Serien ist Batman seit den Fünfzigern aktiv. Anfangs noch schwarzweiß, später, in den Sechziger/Siebzigern, in Blau und mit viel Klamauk. Erst Tim Burton brachte Batman zurück zu den düsteren Wurzeln, indem er ihn gegen den Joker, gespielt von Jack Nickelson, antreten ließ. Zeitnah zu den bereits erwähnten Frank Miller Comics, untermauerte der Burton Batman das neue Image. Die Fortsetzung “Batman Returns” blieb der düsteren Linie treu und etablierte Batman als Erfolgsgarant an den Kinokassen. Mit Danny deVito als Pinguin, Michelle Pfeiffer als Catwoman und Christopher Walken als Max Schreck, traten diesmal gleich drei Schurken gegen Batman an. Erstaunlicherweise funktionierte der Film trotz dem Schurken Überschuss sehr gut. Jedem Charakter wurde Zeit zur Entwicklung eingeräumt und es wurde eine Synergie erzeugt. Dies schaffen nur wenige Filme und man sollte positiv hervorheben, was Burton da gelungen ist. Dennoch zeigten sich Spuren des siebziger Jahre Batmans, so werden Pinguine als mobile Raketenabschuss Systeme genutzt und riesen Enten als Fahrzeuge benutzt. Was damals als Hommage gedacht war, wurde von Joel Schuhmacher dann auf die Spitze getrieben. Die Filme “Batman Forever” und “Batman und Robin” feiern ein Revival des alten Klamauks. Batman macht Witze am laufenden Band, die Gadgets überschritten die Grenze zum Deux Ex Machina und alle Charaktere nerven. Die Franchise wurde in aller Öffentlichkeit vergewaltigt um eine schnelle Mark zu verdienen und verschwand anschließend in der Versenkung. Rückblickend kann man besser verstehen, dass Schuhmacher eine Rückkehr zur Leichtigkeit anstrebte. Diese wollte aber niemand. Das Beste an den beiden Filmen ist der Audio Kommentar auf der DVD zu Batman&Robin. Dort kann man Schuhmacher 120 Minuten beim Entschuldigen zuhören. Selten kann man einen Regisseur so aufrichtig leiden hören wie in diesem Audiokommentar.

Als Kino Batman gegen die Wand schwang, gelang es dem dunklen TV Ritter seinen Sturz abzufangen. Im Fernsehen lief nämlich unterdessen “Batman The animated Series”. Diese gilt völlig zurecht als eine der besten Zeichentrick Serien der Moderne , so gut, dass man sie ohne weiteres heute noch referenzieren kann. Von der künstlerischen Darstellung, über das Sounddesign bis zum Storytelling kann man von Perfektion sprechen. Batman TaS ist ein Meilenstein der Unterhaltung und verkörpert die Quintessenz dessen, was Batman interessant macht. Der dunkle Ritter zeigt sich endlich vielschichtig. Die Serie führt die Detektiv und Kämpfer-aspekte zusammen und hebt den Charakter auf eine neue Stufe. Um ein Beispiel für den Einfluss der Serie zu geben, denke man an das Spiel Arkham Asylum, welches seinen Batman deutlich an TaS anlehnt und nicht an den unterlegenen Nolan Batman

 

Es folgt ein kleiner Rant über den Nolan Batman. Obschon die Trilogie dafür sorgte, dass Batman wieder ins Rampenlicht gelangte, halte ich sie für stellenweise grausig schlecht. Batman Begins ist fürchterlich geschnitten, Christian Bale als Batman unglaubwürdig, Katie Holmes nutzt jede ihrer Szenen um dilettantisch herumzustolpern, die Handlung ist banal und voller kreativer Faulheit und die beiden Schurken Scarecrow und Ras al Ghul werden verheizt.
Um Zeit zu sparen, kann man diese Kritik kopieren, die Namen austauschen und einfach den jeweiligen Filmtitel einsetzen. Einzige Ausnahme in diesem überbewerteten Haufen Kuhkacke ist der grandiose Heath Ledger als Joker. Man könnte alle seine Szenen aneinander hängen und anschließend ins Kino bringen, ich würde 5 Eintrittskarten kaufen.

 

Der Figur des Batmans brachten die Nolan-Filme allerdings nichts, ebenso wenig gereichte ihm Suizid Squad und Batman Vs Superman zur Ehre. Im Moment packt man Batman in seinen aktuellen DC Film, weil es sich so gehört. Selbst in Wonderwoman dürfen wir Batman nicht vergessen. Aquaman wird gewiss von Batman träumen, Wonderwoman will ein Kind von ihm und der rote Blitz möchte, wenn er mal groß ist, so werden wie Batman. Das alles wird gekrönt von dem wunderbar satirischen Lego Batman. Dieser persifliert, bewusst oder unbewusst, alles was mit Batman im Moment nicht stimmt. DC nutzt Batman als Neonreklame ohne Mehrwert. Der Kino Batman ist ein grimmiger Schläger ohne Charme und Cleverness.

Zusätzlich passt mir das Design des Kostüms nicht.

 

Die Rettung naht wieder durch das Fernsehen. Während Kino Batman super edgy rumgrummelt, erzählt die Serie Gotham die Geschichte von James Gordon und dem jungen Bruce Wayne. Anfangs war ich mehr als skeptisch, die erste Folge, in welcher man die junge Catwoman und Poison Ivy sieht, ließ mich schwer ausatmen. Ich fühlte mich unweigerlich an “Gotham High” erinnert. Dennoch blieb ich dran. Zum Glück! Gotham schafft es nämlich eine Batman Serie zu sein, ohne Batman zu zeigen. Die Atmosphäre der Stadt ist eine Reminizenz der Burton Darstellung, die Charaktere durchlaufen interessante Entwicklungen und die Handlungen präsentieren sich ohne allzuviele Längen und Füller Episoden. Die Haupthandlung um Gordon gibt der Figur einen erstaunlichen Tiefgang. Das Casting ist bis auf wenige Ausnahmen auf einem hohen Niveau. Besonders herausragenden ist der Pinguin. Die Serie schafft es, dank gutem Casting und Charakterentwicklung, einen der uninteressantesten Batman Schurken, wie den Pinguin, zu einer schillernden, tragischen Figur aufzubauen.

“Das schreit doch geradezu: Integrität.”

 

Die 1. Staffel orientiert sich deutlich an den Wurzeln der Comic Serie. Es liegt der Schwerpunkt auf Mafia Kriminalität und es wird nur gelegentlich ein Ausflug in comiclastige Gefilde unternommen. Vornehmlich erleben wir, wie James Gordon versucht die Korruption im GCPD zu bekämpfen. Die 1. Staffel etabliert das Setting und die Charaktere auf eine angenehm organische Art und bringt dem Zuschauer die Mentalität der Serie näher. Die 2. Staffel springt dann Kopf voran in den modernen Batman, es tauchen vermehrt Metamenschen und Verrückte auf, welche die Mafia als Feindbild ersetzen. Es wird deutlich, dass die Serie sich an dem aktuellen Kanon ausrichtet; spätestens wenn man Hugo Stranges Rolle in der Serie betrachtet im Kontrast zu seinem Comic Charakter. Großer Pluspunkt der Serie ist die Einbindung des Rates der Eulen. Die “Eulen” Ark ist eine der gelungensten Batman Geschichten der letzten Jahre und passt wunderbar in ein Serien Konzept. Gotham ist zwar nicht die beste Serie der Welt, oder ähnliche Superlativen, für einen Batman Fan ist sie allerdings, neben den sehr guten Warner Animationsfilmen, das Beste was es aktuell zum Thema Batman zu schauen gibt.

Über BoB

BoB
BoB lebt in Bremerhaven unter einer Brücke zusammen mit einer Familie Waschbären, seiner Lektorin Somiaa und einem toten Junkie, Liebevoll "Uwe" genannt. Alle beteiligten mögen: Lesen,Reiten und Lesen.

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Ein Kommentar

  1. moerb

    Endlich mal jemand der auch Gotham mag. Im Podcast wurde die Seiren schon ein zwei Mal angesprochen aber eine richtige Empfehlung gab es nicht. Dabei ist das eine meiner Lieblingsserien.

    The Dark Knight fand ich ganz in Ordnung. Der joker war echt Spitze. Aber vor allem fand ich den Film viel zu lang.

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