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Bücher, die die Welt nicht liest: American Gods

Was wäre, wenn Gott existieren würde und ein Arschloch wär.

 

“What if God smokes Cannabas, hits the Bong like some of us?”

-Unbekannte Interpretin, Parodie auf das Lied: “What if God was one of us”

 

Neil Gaiman musste ziemlich lange um Anerkennung kämpfen. Angefangen hatte er mit “Fanfiction” im klassischen Sinn, indem er begleitende Literatur zu bekannten Büchern wie: “Per Anhalter durch die Galaxis” verfasste. Einige Achtungserfolge später, wurde er als Vertretung für Alan Moore (Watchman, V wie Vendetta, Supreme) beim DC Verlag eingestellt. Dort schuf der damals knapp über zwanzigjährige mit seiner Interpretation des “Sandman” einen Meilenstein. Er hauchte der ihm übergeben, alten Figur neues Leben ein und kreierte ganz nebenbei die beste Comicserie der letzten dreißig Jahre. Gaiman genoss hohes Ansehen in der Comic Community, wurde aber belächelt, als er dann den Sprung auf den Buchmarkt wagte. Das Lächeln verblasste schneller als ein Polaroid im Sonnenlicht, als Gaiman sein Buch “American Gods” vorstellte.
American Gods, geschrieben von einem damals dreißigjährige Gaiman, war ein bahnbrechendes, aufregendes und kritisches Stück Fantasy Prosa. Mit “Gods” hatte Gaiman seinen Ruf als herausragender Autor zementiert. Die jahrelange Arbeit an Sandman, hatte ihm einen enormen Wissensschatz über alte Mythologien und Legenden verschafft, welchen er dann nutzte, um in American Gods ein Pantheon der unterschiedlichsten Gestalten der menschlichen Sagen und Religionen zu versammeln.

“Kobolde, Alter. Ich hasse Kobolde wie die Pest.”

 

Die Handlung des Buches dreht sich um folgendes: Die alten Götter existieren. Im Laufe der Jahrhunderte verlor der Mensch allerdings immer mehr den Glauben an sie. Ohne Glaube, keine Macht.

Die alten Götter verfielen in Lethargie, wurden träge, um schließlich nur noch ein Schatten ihres einstigen Selbst zu sein. Auf unterschiedlichen Wegen und Dank der Ausbreitung des Menschen über den Planeten, landeten irgendwann alle Götter in Amerika. Quasi auf dem Rücken der wenigen, verbliebenen Gläubigen, reisten sie zum Ort ihrer letzten Heimstatt. Dort angekommen, und in die Form verschiedener Menschen geschlüpft, fristen sie ihr Dasein. Aus der Asche der alten Religionen erhoben sich bald neue Götter. Diese brauchten keine Blutopfer oder Gaben, sondern nur Aufmerksamkeit und Hingabe. Es entstanden Götter der Medien, der Computer, der Drogen und des Geldes. Weil Macht aber flüchtig ist, fürchteten diese Neon-Götter die alten Blutgötter und ihre mögliche Rückkehr.

Mehr möchte ich zum Inhalt nicht sagen, da jeder, denke ich, sehen kann, wieviel Potenzial diese Geschichte hat. American Gods ist eines meiner Lieblingsbücher, man kann sich also die Freude vorstellen die ich empfand, als Amazon vor drei Wochen die Serie “American Gods” auf ihrem Prime Service veröffentlichte. Und, mein Gott, haben sie dort gute Arbeit geleistet!

Die visuellen Effekte transportieren die Atmosphäre und Stimmung des Buches perfekt. Die Wahl des Farbfilters in Zusammenspiel mit den Sets und dem MakeUp ist fantastisch. Als würde man ganz nah an Schimmel herangehen und jeden einzelnen haarigen Tentakel betrachten, so detailliert und präzise erzeugt das Design der Serie das Gefühl von Verfall. Sie erschafft eine wunderschöne Welt der Hässlichkeit, und trifft damit visuell den Nagel auf den Kopf. Fantastisch!

Peter Stormare würde auch gern ein paar “Nägel” auf den Kopf treffen.

Ebenso intakt sind die Charaktere und Dialoge. Normalerweise würde ich dazu raten, das Buch zu lesen, aber scheinbar ist hier gelungen, was nur selten gelingt: Ein perfekter Sprung in ein neues Medium.

Wenn du, werter Leser, also nur ein bisschen auf NeoFantasie stehst und derber Sprache und Gewalt nicht abgeneigt bist: Schau dir diese Perle der Unterhaltung an. Als Vorgeschmack muss dieser extrem stylische und doppeldeutige Vorspann der Serie dienen.

American Gods ist dir bereits ein Begriff? Leiste deine Opfergabe an den Kommentarbereich und preise die Cybergötter.

 

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Über BoB

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BoB lebt in Bremerhaven unter einer Brücke zusammen mit einer Familie Waschbären, seiner Lektorin Somiaa und einem toten Junkie, Liebevoll "Uwe" genannt. Alle beteiligten mögen: Lesen,Reiten und Lesen.

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8 Kommentare

  1. Großartige Serie! Ian McShane ist überragend in seiner Rolle. Ich freue mich bisher jede Woche auf eine neue Folge. Ich hatte von der Vorlage noch nie gehört, aber stehe auf Fantasykram und war daher sofort interessiert. Die Idee mit den Göttern ist interessant, wobei ich nicht wirklich verstehe warum alle Götter in Amerika sind. Vielleicht wird das in der Serie noch erklärt.

    • BoB

      Geht mir genauso. Die Gründe dafür, warum die Götter in Amerika stranden, werden bestimmt noch in der Serie behandelt. Die Grundzüge sind ja bereits angedeutet. Im Buch gibt es eine sehr schöne Erklärung für die Prämisse des Buches.

    • Ich habe mir heute die Hörbuchfassung gekauft. Ich bin auf das ursprüngliche Werk gespannt.

    • BoB

      Etwa über den patentierten Amazingnerds.de Audible Link? Von der Nr.1 in Sachen E- und Hörbücher Audible?
      AUDIBLE!

      *Dauerwerbe Kommentar*

  2. Murphys_Lawyer
    Murphys_Lawyer

    Boah hast du mich grad scharf auf die Serie gemacht. Da hau ich mir heut abend doch gleich mal ne Folge rein 🙂

  3. Nope ;( Ich bin schon seit Ewigkeiten (2012) Kunde bei Audible.

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